Bericht von der Hegeschau 2000/2001
von Daniel Steffen
Limburg-Lindenholzhausen.
Das Dorfgemeinschaftshaus hatte sich für einen Nachmittag in ein Jagdmuseum
verwandelt Anlass dafür war die Hege- und Lehrschau für den Altkreis Limburg,
die als sichtbares Zeichen des vergangenen Jagdjahres im Mittelpunkt der
Mitgliederversammlung des Jagdklub Limburg stand. Die Seiten- und Stirnwand des
Saales waren zu Ausstellungsflächen umfunktioniert worden für die Trophäen
von Rotwild, Schwarzwild und Muffel.
Der
Vorsitzende des Jagdklub , Michael Schales konnte neben 160 Männern und Frauen
im Grünen Rock, Bürgermeister Martin Richard und den Leiter der Unteren
Kreisjagdbehörde Landrat Dr. Fluck begrüßen ,der die von der Jägern
geforderte Abschaffung der Jagdsteuer im Kreis Limburg-Weilburg noch nicht in
Aussicht stellte. Die Steuer sei zwar eine unbegründete Bestrafung der Jäger,
die unentgeltlich Aufgaben des Naturschutzes übernehmen, auf die Einnahme von
250000 Mark könne der Kreis auf Grund der wirtschaftlichen Haushaltslage aber
nicht verzichten. Ein Teil der Einnahmen gehe jedoch ,wie die Beschaffung von
Wildwarnreflektoren an die Jäger zurück, auf die Wildschadenssteuer verzichte
der Kreis seit einigen Jahren.
Die
Jagdstatistik erläuterte Kreisjagdberater Werner Laux. Zwischen den Stühlen wähnen
sich die Jäger schon seit Jahren, so der Kreisjagdberater. Einerseits stehen
sie unter dem Druck der Bauern und Waldbesitzern, die sich durch Wildverbiss und
umgegrabene Äcker geschädigt fühlen, andererseits weht ihnen von Tierschützern
heftig der Wind ins Gesicht. Mit dem Image des Landschaftspflegers versuche der
Jagdklub Limburg den Missverständnissen zu begegnen. Dass die waidmännische
Aufgaben nichts mit blutrünstiger Schießwut ,sondern mit der Pflege der
Kulturlandschaft und ihren tierischen Bewohnern zu tun hat, soll auch die
Hegeschau belegen. Wie Laux ausführte, erfüllt die Schau mehrere Funktionen.
„Wir können so den Bestand und seine Qualität einschätzen. Gleichzeitig
sehen wir, wie gefühlvoll die Jäger in die Natur eingreifen. Grundsätzlich
sind wir zufrieden.“
Den
Wald zu schützen und zugleich das Rotwild in den Wäldern des Südkreises als
heimische Tierart zu erhalten ist die schwierige Aufgabe der Forstleute
und Jäger. Der vorgegebene Abschuss von 93 Stück wurde fast erfüllt. Den
kapitalsten Hirsch, einen 14.Ender erlegte Horst Dyckerhoff im Revier Camberg I
Eisenbach, wofür er den Silbernen Bruch erhielt.
10
Stück Muffelwild wurden im Eigenjagdbezirk Hof zu Hausen erlegt, in den meisten
Fällen handelte es sich um Hegeabschüsse, bedingt durch die Moderhinke, einer
Schalenkrankheit.
Die Schwarzwildstrecke war auch im vergangen Jagdjahr sehr hoch, 715 Schwarzkittel wanderten in die Kochtöpfe. Allein im Revier Camberg-Würges betrug die Strecke 174 Sauen. Damit haben sich auch die Wildschäden erhöht, für den Wildschaden im Altkreis mussten die Jagdpächter im vergangenen Jahr 85.640 Mark berappen. Der Kreisjagdberater ermutigte die Jäger Frischlinge verstärkt zu bejagen, bedingt durch die Eichelmast explodierten die Schwarzwildbestände. Den stärksten Keiler mit rund 98 Kilo erlegte Jagdpächter Hermann Josef Löw in seinem Revier Würges, wofür er den silbernen Bruch erhielt..
Den
silbernen Bruch für die stärksten Rehböcke erhielten Josef Weyer, Revier
Oberzeuzheim und Alexander Diefenbach , Revier Hadamar I.
Von
den 1164 erlegten Rehen wurden 322
Stück ein Opfer des Straßenverkehrs. Schwerpunkte der Wildunfälle waren Elz, Ellar ,Frickhofen ,
Neesbach ,Kirberg und
Lindenholzhausen.
1042
Füchse konnten die Waidmänner zur Strecke legen. Die Tollwut und der hohe
Anteil an Fuchsbandwurm-infizierten Füchsen verpflichtet den Jäger zur
weiterhin scharfen Bejagung. Bei den Niederwildarten Hase, Rebhuhn und Fasan
haben sich die Jäger verantwortungsvoll gezeigt und diese Wildarten nur
schonend oder meistens gar nicht bejagt.
Die
Hegemedaille für die Verbesserung von Biotopen erhielten die Reviere Ellar, Würges
und der Leiter der Revierförsterei Langendernbach, Peter Schönke.
Umrahmt
wurde die Hegeschau vom Bläserkorps des Jagdklub Limburg.
Die
mit einem Silbernen Bruch für Keiler, Rehbock und Hirsch ausgezeichneten Jäger
mit Kreisjagdberater Werner Laux(links) Landrat Dr. Fluck (dritter von links)
und Jagdklubvorsitzender Michael Schales( dritter von rechts).
Foto:Steffen