Die frohe Osterbotschaft: überall in Deutschland sichern Hasen auch in diesem Jahr die Eierproduktion
Ergebnisse der Feldhasenzählung 2002: Besatz regional sehr unterschiedlich Feldhasen sind in Deutschland überall verbreitet, allerdings ist die Besatzdichte regional sehr unterschiedlich. Die mittlere Hasenzahl liegt je nach Bundesland zwischen 4 und 35 Tieren je Quadratkilometer (qkm). Dies ist eines der Ergebnisse der bundesweiten Hasenzählungen, die im Rahmen des Wildtier-Informationssystems der Länder Deutschlands (WILD) im Frühjahr und Herbst 2002 durchgeführt wurden. Diese und weitere Daten stellte der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) am 3. April in Berlin der Presse vor.
"Ich freue mich sehr darüber, dass die Kinder überall in Deutschland wieder damit rechnen können, dass ihnen fleissige Hasen Ostereier bringen. Die Zählung belegt: der Hase ist nicht vom Aussterben bedroht, in einigen Ländern hat seine Zahl sogar wieder zugenommen", erklärte der Präsident des DJV, Constantin Freiherr Heereman.
So z.B. in Niedersachsen, wo unter wissenschaftlicher Leitung der Universität Hannover bereits seit 1991 Hasen gezählt werden. Hier sei seit 1995 wieder eine wachsende Hasenpopulation von heute über 20 Tieren/qkm zu verzeichnen. Sehr stabile Hasenbesätze haben Zählungen seit 1995 auch für Schleswig-Holstein ergeben, mit 20 bis 100 Hasen je qkm, so Heereman weiter.
Allerdings wurde auch festgestellt, dass die Hasendichte kleinräumig erheblichen Schwankungen unterliegt und es Regionen mit sehr geringen Besätzen gibt. Relativ geringe Hasenzahlen, 4-7 je qkm, wurden in östlichen Bundesländern festgestellt, während die mittleren Besätze in den westlichen Ländern zwischen 17 und 35 Hasen lagen.
Unter der Regie von Wissenschaftlern der Universität Trier, der Tierärztlichen Hochschule Hannover und der Landesforstanstalt Eberswalde hatten speziell geschulte Jäger in 650 Referenzrevieren in allen Bundesländern mit großem Aufwand Hasen erfasst. Denn lepus Europaheus - so nennen die Zoologen den Feldhasen - wird wissenschaftlich korrekt in der Dunkelheit gezählt, indem mit großen Scheinwerfern die Felder ausgeleuchtet werden. Von anderen Tieren laesst sich der angestrahlte Hase gut unterscheiden. Da seine Augen an den Kopfseiten sitzen, wird das Scheinwerferlicht immer nur von einem Auge reflektiert.
"Wir brauchen wissenschaftlich abgesicherte Daten von Tierarten, die dem Jagdrecht unterliegen, nicht nur zum aktuellen Bestand, sondern auch zur Populationsentwicklung. Deshalb werden wir im Rahmen von WILD künftig auch weitere Faktoren wie Klima, Witterung, Flächennutzung und Beutegreifer erfassen. Dann können wir feststellen, wie stark diese Faktoren zum Beispiel die Hasenpopulation beeinflussen", betonte der DJV-Praesident.
Ziel der Jäger sei ausserdem, aus den Ergebnissen der Wildtierzählungen regionale Bejagungsempfehlungen abzuleiten. "Gleichzeitig verstehen wir unser bundesweites Engagement im Wildtiermonitorring aber auch als Beitrag der Jaegerschaft zur Umweltbeobachtung, die im Bundesnaturschutzgesetz als gemeinsame Verpflichtung von Bund und Ländern verbindlich vorgeschrieben ist", begründete Heereman das Engagement der Jäger.
Das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) wurde vom DJV im Jahr 2000 ins Leben gerufen.
Die Erfassung des Feldhasen wird auch 2003 und in den Folgejahren jeweils im Frühjahr und Herbst durchgeführt, um mögliche Bestandsveränderungen zu erfassen. Darüber hinaus haben Jäger und Wissenschaftler im Frühjahr 2002 auch mit der Rebhuhnzählung begonnen und im Herbst/Winter 2002 die Baue von Fuchs und Dachs kartiert. Hieraus können Schlüsse auf die Bestandsdichten gezogen werden.
Ergebnisse, Karten, Daten und Fotos sind im
Internet auf der
Seite www.newsroom.de/djv unter dem
Button "WILD" zu finden.
Ansprechpartner des DJV:
Dr. Armin Winter,
Naturschutzreferent Tel.: 02 28 / 9 49 06 31
Fax: 02 28 / 9 49 06 25 E-Mail:
[Online im Internet: "mailto:a.winter@jagdschutzverband.de"]
a.winter@jagdschutzverband.de