Jungjägerlehrgang 2006/07

 

 

Limburg. Die landläufige Ansicht vom Jäger, der mit der Büchse auf dem Rücken in den Wald geht und mit dem erlegten Wild wieder heimkehrt, stimmt nur teilweise. „Jäger müssen mehr können als nur Wild erlegen", so Jagdklubvorsitzender Michael Schales im Jagdklub Limburg. Wer deshalb mehr über die Jägerprüfung erfahren will wird gerne zu zu einem Informationsabend in das Pfarrheim Dietkirchen eingeladen. Dort erfahren die Interessenten wie man Rehkitze vor dem Mähtod rettet oder ein Wildschwein fachgerecht für die Küche zerlegt. Wer die Jägerprüfung ablegen will, muss über ein umfangreiches Wissen und solides praktisches Können verfügen. In Hessen ist eine neue Jägerprüfungsordnung in Kraft getreten. Sie verstärkt die ökologische Ausbildung des Jägernachwuchses und fördert zugleich die praktischen Kenntnisse von Jagd, Hege und Naturschutz.

 

Warum braucht das Rebhuhn Insekten und Ameisenpuppen zum Überleben? Welche seltenen Kräuter helfen dem Feldhasen über die Runden? Welche Bedeutung haben Feldraine, Feuchtgebiete und Benjes-Hecken für die frei lebenden Tiere? Im Sachgebiet „Tierarten und Wildbiologie" lernen die Jungjäger nicht alleine die Zahnformeln von Reh, Hirsch und Wildschwein, die zur Altersbestimmung des erlegten Wildes wichtig sind. Die Ansprüche des Wildes an seinen Lebensraum und dessen Verbesserung durch die Jäger, nehmen in der Ausbildung noch breiteren Raum ein. Dazu zählen auch Kenntnisse in Forst- und Landwirtschaft, im Artenschutz und natürlich ein fundiertes Wissen über die Biologie jener mehr als 30 lebenden Tierarten, zu deren Hege das Jagdgesetz den Jäger verpflichtet.

 

Wie errechne ich die Höhe des Wildbestandes, wie berechne ich seinen Zuwachs und welchen Abschuss setzt die Jagdbehörde fest? Im Unterrichtsfach „Jagdbetrieb" lernen die Lehrlinge die praktischen Seiten des Waidwerks kennen. Dies schließt auch die Anlage von Wildäsungsflächen, Hecken und Feldgehölzen sowie die tierschutzgerechte Fangjagd ein. Zudem kommen in diesem Sachgebiet auch der Schutz des Wildes vor dem Straßenverkehr sowie die lebensmittelgerechte Behandlung erlegten Wildes und die Wildschadensverhütung im Wald und Feld nicht zu kurz.

 

Der sichere Umgang mit der Jagdwaffe auf dem klubeigenen Schiessplatz in Bad Camberg, Unfallverhütungsvorschriften und das tierschutzgerechte Erlegen des Wildes stehen im Mittelpunkt des Unterrichts über Jagdwaffen, Munition, Jagdoptik und das Halten und Führen von Jagdhunden. Vom Bundesjagdgesetz über die Richtlinien zur Hege und Bejagung des Rehwildes bis hin zum Tierschutzgesetz reicht das Spektrum der Gesetze, deren einschlägige Bestimmungen die künftigen Jäger und Jägerinnen kennen müssen.

 

Damit neben der trockenen Gesetzeskunde auch die Praxis zu ihrem Recht kommt, sieht der Ausbildungsplan auch die Teilnahme an Reviergängen und Naturschutz-Veranstaltungen vor. Außerdem müssen Jagdscheinanwärter zumindest an einer Hegeschau, an Gemeinschafts- und Drückjagden sowie an Hundeprüfungen teilgenommen haben, bevor sie zur Jägerprüfung zugelassen werden. Wer die Prüfung bestanden und seinen ersten Jagdschein in der Tasche hat, der wird schon bald feststellen, die Jagd umfasst viel mehr, als nur Erlegen des Wildes. Die eigentliche Jagdausübung macht heute noch keine zehn Prozent des Jägerlebens aus.

Anmeldungen nimmt der Vorsitzende des Jagdklubs Limburg, Michael Schales, Tel. (06482) 5052 und der Ausbildungsleiter, Martin Kaiser, Tel. (06431) 51927 entgegen. Anmeldeformulare auch im Internet unter < AUSBILDUNG >

 

 

 

300 Tierpräparate, hier ein Muffelwidder, stehen dem Jägernachwuchs im Lehrsaal des Jagdklubs Limburg zur Verfügung.

Foto: Steffen