Drückjagdsaison

                                     Von Daniel Steffen

 

Camberg-Würges.-  Die meisten Spaziergänger in den Taunuswäldern rund um Bad Camberg bekommen sie gar nicht zu Gesicht. Scheu leben sie im Dickicht und wären da nicht  ihre verräterischen Wildwechsel und Kuhlen, in denen sie ihr Schlammbad nehmen, würde kein Einheimischer glauben, dass es so viele Sauen, wie der Jäger sagt, gibt.

 

Wieder ein Rekordergebnis  im Landkreis erzielten 70 Jäger bei einer Bewegungsjagd im Würgeser  Revier, zu der Jagdpächter Herrmann Josef Löw eingeladen hatte.  98 Wildschweine, kapitale Keiler aber auch ein beträchtlicher Anteil von Frischlingen  konnten am späten Nachmittag von der  Jagdhornbläsergruppe Goldener Grund verblasen werden. 

Wir hegen unser Schwarzwild, aber wir nehmen unsere Verantwortung ernst und  haben erfolgreich den Bestand reduziert. Aufgrund der milden Witterung, vieler Eicheln und Bucheckern sowie aufgrund des verstärkten Maisanbaus in der Region hätten sich die Wildschweine in diesem Jahr stark vermehrt.

Neben den Sauen waren Rotwild und Fuchs freigegeben. Der Abschussplan muss erfüllt, der Schalenwildbestand auf ein tragbares Maß reduziert werden. Wichtigste Helfer und Hauptakteure bei der Jagd sind die Treiberwehr und die Hunde, welche die großflächigen Dickungen durchstöberten und das Wild vor die Büchsen der Jäger brachten. Überall fielen Schüsse, über 200 waren es innerhalb von drei Stunden. Gegen  15 Uhr dann das Hornsignal "Hahn in Ruh". Die Jägersleute treffen sich, es gibt viel zu berichten, fast jeder hat einen Schwarzkittel erlegt. Bestaunt werden von der Korona zwei kapitale Keiler mit einem Gewicht von über 100 Kilo und gewaltigen Hauern. Für die Würgeser Jäger und Jagdgäste gehört die Jagd ebenso selbstverständlich zum Jahresablauf wie Aussaat, Ernte, Fastnacht, Kirmes, Taufe und Beerdigung. Das erlegte Wild wird nach Ende der Jagd auf einer Waldlichtung versorgt. 93 Sauen und 12 Füchse zieren die Strecke.

"Halali" über den Taunushöhen

Die Landwirte vernehmen mit Wohlwollen die Schwarzwildrekordstrecke, sind die Wildschäden doch beachtlich gewesen. Eine reiche Ernte, wie sie sonst in der Gegend noch nicht vorkam, wurde eingefahren. Hell ertönt am Abend der Hornruf "Halali" und "Jagd Vorbei" über die Taunushöhen.

 

 98 Wildschweine kamen auf einer großen Bewegungsjagd  im Würgeser Revier zur Strecke. Ein Rekordergebnis in unerm Landkreis

 

Foto: Steffen