Wilde Vorurteile ausgeräumt ! Kochkurs mit Küchenmeister Rainer Schachmann war Werbung für die Wildküche
Wild aus dem Landkreis ist lecker, aber wo bekomme ich es her und außerdem ist es so aufwendig zuzubereiten. Wild braucht erst einmal eine Beize und muss danach auch gespickt werden. "Stimmt alles nicht", sagt Rainer Schachmann, Mitglied im Verband der Köche und Küchenleiter im Diezer Altenzentrum anlässlich eines Kochkurses für die Zubereitung von Wildbret in der Adolf Reichwein-Schule. Der Jagdklub Limburg hatte dazu eingeladen und 21 Hobbyköche ließen sich in die Geheimnisse der Wildküche einführen.
So wird Wildfleisch richtig zubereitet
Limburg. 21 Hobbyköche ließen sich jetzt vom Jagdklub Limburg in die Geheimnisse der Wildküche einführen. Rainer Schachmann, Mitglied im Verband der Köche und Küchenleiter im Diezer Altenzentrum, zeigte dies den Teilnehmern in einem Kochkurs in der Adolf Reichwein-Schule. Auf dem Übungsprogramm standen Wildentenbrust mit Orangen, gefüllte Rehkeule und Wildschweinkeule mit Maronenkruste.
„Damit das Wild nach unverfälschtem Wild schmeckt, braucht es lediglich Salz und Pfeffer", sagte Rainer Schachmann. Viele frische Kräuter und Rotwein verwende er zudem - das gebe den Speisen einen besonderen Geschmack. Schonende Zubereitung auf dem Herd oder in der Röhre sei außerdem wichtig. Eine Beize nehme dagegen den eigentümlichen Geschmack des Fleisches. „Spicken verletzt die Fleischfasern und der Braten trocknet aus. Besser ist es, man umwickelt das Fleisch mit Speck", war ein weiterer Tipp des Experten, zu dessen Spezialitäten saftige Steaks aus Keule und Rücken zählen. Küchenkniffe und Jägerlatein - mit lockerer Plauderei und aufmerksamen Blicken machte der Kochkurs mit dem anschließenden Essen den Teilnehmern sichtlich Spaß, wie es in einer Mitteilung heißt. Die beiden Kurse, die an zwei Samstagen mit verschiedenen Wildspezialitäten, wie Rehwild, Wildente und Wildschwein, durchgeführt wurden, habe die Teilnehmer begeistert, die natürlich allesamt viele Rezepte und Erfahrungen sammelten.
Ein besonderer Dank galt Schulleiter Dr. Heinrich May für die Bereitstellung der Schulküche.
Wild sei derzeit genug da, sagte der Vorsitzende des Jagdklubs, Michael Schales. Gerade jetzt zur Hauptjagdzeit könnten viele Menschen in den Genuss frischen Wildbrets kommen. Die Erfahrung zeige aber, dass gerade jüngere Konsumenten die Zubereitung scheuten, auch wenn sie gerne Wild essen. Wer vom Kochen etwas verstehe, für den sei diese Scheu jedoch unbegründet.
Den Wildkochkurs des Jagdklubs wird es im Herbst 2005 als Angebot für „Jedermann” geben. Mehr zum Zubereiten von Wild und Rezepte sowie Jäger und Forstämter, die Wild anbieten, findet man auf der Internetseite des Vereins unter <Wildbretbörse>
Daniel Steffen