Vermehrt werden Wildunfälle nicht mehr gemeldet

 

Limburg-Weilburg.  Den Elchtest braucht auf den Straßen des Landkreises Limburg-Weilburg zum Glück kein Autofahrer bestehen. Aber Karambolagen mit  Wildschweinen,  Hirschen und Rehen können übel enden, für Tier und Mensch.  Jagdpächter  beklagen,  dass vermehrt Wildunfälle nicht mehr bei den Revierinhabern oder der Polizei gemeldet werden obwohl an der Unfallstelle Grasnarben, Utensilien wie Glasscherben, Stoßstangen und Zierleisten von einem Schaden am Fahrzeug zeugen.

Nur eine Beispiel: Auf der B8 zwischen Elz und Malmeneich wurden im Laufe eines Jahres vier Wildschweine und fünf Rehe über- oder angefahren, ohne dass der Schaden  gemeldet wurde. Im März verständigte ein Landschaftsgärtner den Jagdpächter Heinz Schäfer, dass ein Wildschwein im Straßengraben  säße.  Er fand einen Keiler, bei dem durch einen Zusammenstoß mit einem Auto der Unterkiefer  nur noch an einem  Fetzen Fell hing.  Ein Lkw fuhr vor zwei Jahren in einer Samstagnacht mit aufgeblendetem Licht in eine Rotte Wildschweine. Die geblendeten  Frischlinge scharten sich um ihre Mutter, bevor sie von dem Lkw zermalmt wurden.  12 Tiere lagen tot oder schwerverletzt auf der B 8. Der Fahrer fuhr einfach weiter Richtung Gewerbegebiet ohne den Vorfall zu melden. Ob er die Fahrzeit überschritten hatte und nun  um eine Anzeige bangte? Viele Stunden verbringen die Jäger damit, das verletzte Wild mit einem Jagdgebrauchshund nachzusuchen um es von seinen Schmerzen zu erlösen.

 

Die Jäger  appellieren an die Bürger, unbedingt die Polizei, den Jagdpächter oder das Forstamt zu informieren auch wenn es nur geringen Schaden am Auto gegeben hat und „das Tier ja noch davon gelaufen ist“. Man dürfe Tiere nicht qualvoll verenden  lassen, betont der  Pressereferent des Jagdklubs Limburg, Daniel Steffen. Kraftfahrzeughalter seien verpflichtet, bei einem Wildunfall anzuhalten, die Unfallstelle zu sichern und die nächste  Polizeidienstelle zu informieren - übrigens auch im ureigensten  Interesse, damit die Versicherungsleistungen  im Rahmen einer Teilkasko-Versicherung zu gewährleistet sind. Im Übrigen weist Daniel Steffen darauf hin, dass man sich der Wilderei strafbar macht, wenn verletzte oder getötete Tiere mitgenommen und zum Beispiel über den Kochtopf entsorgt werden. Im Kreis Limburg finden durchschnittlich jedes Jahr rund 800 Stück Schalenwild (Reh, Wildschwein, Rotwild) durch Wildunfälle den Tod. (st)