Hegeschau 2005/06 

 

 

von Daniel Steffen

 

Limburg.- Der Jagdklub Limburg richtete seine Hegschau für das Jagdjahr 2005/2006 im Dorfgemeinschaftshaus in Lindenholzhausen aus. Im Jahresbericht stellte der neue vom Landrat bestellte Kreisjagdberater  Hilmar von Schenk die Ergebnisse der Abschusspläne vor. Vorsitzender Michael Schales konnte eine Reihe von Gästen aus Kommunalpolitik und Hessenforst begrüßen.

 

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 Bei der Hegeschau stellen die Revierpächter Trophäen  von Rot-,  Muffel-, Schwarz- und Rehwild aus den Revieren des Altkreises Limburg aus und damit eine interessierte Lern- und Lehrveranstaltung für jeden an der Natur und an der Jagd interessierten Mitbürger.

„Biotop und Wild bilden bei uns eine Einheit“ sagte von Schenck. „Nur Totschießen“ wie es wie es von manchen Waldumbauern gefordert wird ist nicht unsere Aufgabe. Vielmehr würden äsungsverbesserte Maßnahmen durchgeführt und Ruhezonen für das Rotwild geschaffen. Sie nehmen den Druck von den landwirtschaftlichen Flächen und halten den Verbiss im Wald in Grenzen. 

Probleme allerdings bereite das veränderte Freizeitverhalten der Bevölkerung bei uneinsichtigen Motorradgeländefahrern, Reiter, Jogger und Radfahrer beispielsweise würden für Unruhe im Wald sorgen. Das Wild sei verängstigt, ziehe sich in Rudeln zusammen. „Der Schaden ist vorprogrammiert“, so Schenk. Deshalb werde man versuchen Wildruhezonen zu schaffen. Reviere mit großen Flächen erweisen sich als Vorteil. Rot- und Muffelwild ( in den Revieren zwischen Hof zu Hausen, Bad Camberg und Würges) etwa können ohnehin nur an natürliche, zusammenhängende Lebensräume gebunden werden, nicht aber an politische Jagdgrenzen.

Der Kreisjagdberater würdigte in seiner Besprechung der Hegeschau das Engagement der Jäger für einen ökologisch vertretbaren Wildbestand und stellte fest, dass die Altersstruktur des Rehwildes bei der Hegeschau den Vorgaben der Jagdbehörde nicht immer entspricht. Erstmals seit vielen Jahren kommt der Waschbär in Revieren des Nordkreises vor.

 

 

 Die Qualität und Anzahl der Abschüsse bildeten die Grundlagen für die neuen Abschusspläne.

 

Im vergangen Jagdjagdjahr wurden 142 Stück Rotwild, 16 Wildschafe,  darunter  2 Widder,  1130 Wildschweine (die zweitgrößte Strecke in der Abschuss-Statistik) und 1227 Rehe (die größte Strecke die es jemals im Altkreis gab) erlegt.  Der Kreisjagdberater und auch Wolfgang Rusert von der Unteren Jagdbehörde halten revierübergreifende  Ansitzjagden auf die Wildschweine   im Herbst für sinnvoll um die Population auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Das Schwarzwild muss weiterhin scharf bejagt werden um  die Gefahr der Schweinepest zu bannen. 1336 Füchse wurden erlegt, die Auslegung von Impfködern  vom Hubschrauber oder auch von Hand aus soll auch in diesem Jahr der Tollwut vorbeugen. Bei den Niederwildarten wie  Hase, Kaninchen, Rebhuhn und Fasan haben die Jäger Verantwortung gezeigt und diese Wildarten kaum bejagt. Der harte Winter hat zudem die Bestände gezehntet, über 100 Greifvögel gingen mangels Beute zugrunde.

 

 

Den silbernen Bruch für den stärksten Hirsch erhielt Franz Kohl(Revier Dombach), den stärksten Muffelwidder Horst Dyckerhoff (Revier Camberg II) ,den kapitalsten Keiler , Siegfried Kohl,(Haintchen) und  Roger Bill (Revier Ober-Niederweyer) konnten einen kapitalen Rehbock erlegen, der mit 485 Gramm Gehörngewicht Aufsehen bei der Schau erregte.

Die Hegemedaille für Lebensraumverbesserungen von Biotopflächen gingen an das Revier Hintermeilingen Gold (Lorenz Jeuck), Thalheim, Silber (Reinhard Hartmann und Bernd Wagenbach) Erbach, Bronze (Georg Fluck). Die Strecke wurde verblasen vom Bläserkorps des Jagdklubs Limburg.

 

 

 

Die mit dem Silbernen Bruch prämierten Trophäen von Rehbock, Muffelwidder und Wildschweinkeiler (von links nach rechts)  

Foto: Steffen