Hegeschau 2002/03 beim Jagdklub Limburg

Von Daniel Steffen

Limburg.- Zugegeben, der  gemeine Jäger legt Eigenschaften an den Tag, die den Laien nur verwundern können. Der kräftige Stoß ins Jagdhorn gehört dazu, das stundenlange Sitzen auf einem Hochsitz und  dann die Trophäen. Was bringt den Grünrock dazu, das Geweih auf ein  schmuckes Brett zu ziehen und dann überm Sofa an die Wand zu hängen? Mysteriös.  Protz bei den Trophäen?

Dass dies nicht mehr so ist, bewies die für jedermann zugängliche Hegeschau des  Jagdklubs Limburg für das Gebiet des Altkreises Limburg  im Dorfgemeinschafts-

haus in Lindenholzhausen. Das zunehmende Interesse an Themen der Natur und der Umwelt finden auch  auf dieser Veranstaltung eine immer stärkere Resonanz.

In der Beurteilung der  ausgestellten Hirsch- und Rehgeweihe, der Muffelschnecken, wie die Hörner des Muffelwidders genannt werden, und der langen Eckzähne des Schwarzwildkeilers liest der Experte, Jagdkreisberater Werner Laux wie in einem Buch. Was da drin steht?  „ Die Gehörne und Geweihe zeigen die Gesundheit des Wildes“, erklärt Laux, seit 20 Jahren Kreisjagdberater. Starke und gesunde Tiere zeichnet ein prächtiges Geweih aus, kränkliches und schwaches Wild dagegen zeigt  Mangelerscheinungen, erkenntlich an einem schwachen Kopfschmuck.

 Landrat Dr. Manfred Fluck, als Chef der Unteren Jagdbehörde stellte  in seiner Begrüßung hervor, das die Hegeschau der Kontrolle und Überwachung diene und die  zahlenmäßig und strukturelle Entwicklung der Wildbestände aufzeigen soll. So lag in den fünf Hegeringen die Erfüllung des Abschussplanes bei 100  Prozent. Erschreckend der Anteil an Wildunfällen. 30 Prozent der Rehe, das heisst 340 Tiere wurden  ein  Opfer des Straßenverkehrs. Obwohl die Rekordstrecke von 1500 Wildschweinen nicht erreicht wurde,  903 Schwarzkittel wanderten in die Kochtöpfe der Gourmets, legte der Kreisjagdberater den 540 Mitgliedern des Jagdklubs an Herz das Schwarzwild weiterhin scharf zu bejagen um die Gefahr der Schweinepest zu bannen.  Den stärksten Keiler erlegte Richard Rompel im Revier  Camberg II.  Der  vorgegebene Abschuss von  80 Stück Rotwild  wurde erfüllt, sehr zur Freude der Forstpartie.  Den kapitalsten Hirsch konnte Pächter Helmut Kaiser im Revier Eisenbach erlegen.  Von den 14 erlegten Stück Muffelwild  litt ein Großteil an der Moderhinke, eine krankhafte Schalenkrankheit. Einen starken Muffelwidder konnte Heinz Gullich  im Camberger Forst erbeuten.  Den silbernen Bruch für  den stärksten Rehbock erhielten   Winfried Mohr, Mensfelden und Christian Dutschun, Dauborn. 1210 Füchse  konnten die Jäger zur Strecke legen. Bei den Niederwildarten wie Fuchs, Rebhuhn und Fasan haben sich die Jäger verantwortungsvoll gezeigt und diese Wildarten schonend und zumeist gar nicht bejagt.

Die Hegemedaille für Lebensraumverbesserung von Biotopen und Öffentlichkeitsarbeit erhielten die Reviere  Steinbach, Dietkirchen, Neesbach, Haintchen und  posthum der verstorbene Günther Leck. Umrahmt wurde die Hegeschau vom Bläserkorps des Jagdklubs.

 

Bilder

 

Die mit einem Silbernen Bruch für Keiler, Rehbock Hirsch und Muffel ausgezeichneten Jäger mit (von links nach rechts) Christian Dutschun, Winfried Mohr, Jagdklubvorsitzender Michael Schales, Landrat Dr. Fluck, Helmut Gullich, Richard Rompel und Kreisjagdberater Werner Laux.

 

Den kapitalen  Taunus- Hirsch im vergangenen Jahr konnte Helmut Kaiser im Revier Eisenbach erlegen.

 

Fotos: Daniel Steffen