Festlicher Klang

Dom proppevoll bei der Hubertusmesse

Schon eine halbe Stunde vor Beginn der Hubertusmesse war im Limburger Dom kein Sitzplatz mehr zu haben. Einige wenige mussten draußen stehen bleiben, damit sie den Klängen des Bläsercorps des Jagdklubs unter der Leitung von Dietmar Wilhelm Limburg lauschen konnten, was vor dem beleuchteten Bau einen ganz besonderen Reiz hatte.

Doch auch im Inneren des Doms herrschte eine besondere Festlichkeit: Der Hubertushirsch mit dem leuchtenden Kreuz in der Krone, der Tannenschmuck auf den Treppen zum Altar, der Tannenduft, der sich würzig mit dem Duft des Weihrauchs mischte, das goldene Funkeln der Jagdhörner, ihr freudig-urwüchsiger Hall schufen eine unvergleichliche Atmosphäre unmittelbaren, natürlichen Lobpreises.

Dass in solchen Augenblicken Emotionen wach werden, dass man weicher wird, sprach auch Berufschulpfarrer.Friedhelm Meudt in seiner Predigt an und empfahl, die Chance zu nutzen, sich hinzugeben. So wie Hubertus, der Bischof von Maastricht und Lüttich, der im 10. Jahrhundert lebte, innehielt, als er der Legende nach den Gekreuzigten zwischen dem Geweih eines verfolgten Hirschs erblickte. Der fränkische Edelmann habe damals sein Leben verändert, kein Wild mehr erlegt, sondern habe sich aufs Hegen und Pflegen verlegt - er sei ein verantwortungsvoller Mensch nach dem Bilde Gottes geworden. Wenn die Hubertusmesse mehr sein solle als ein Event, müsse von ihr der Impuls ausgehen, sich das Vorbild des Heiligen zu Herzen zu nehmen.

Die eigentliche Messe von Cantin mit Kyrie, Gloria, Sanctus und Agnus Dei und dem abschließenden Hirschmarsch wurde mit großer Würde und Festlichkeit von der Jagdhornbläsergruppe intoniert und erfüllte das hohe Gewölbe mit herrlichen Klängen. Bereits am Sonntagmorgen hatte das Bläserkorps die Hubertusmesse in der Schlosskapelle von Oranien mitgestaltet.

Daniel Steffen

Foto: Daniel Steffen