Schriller Pfeifton soll Rehe stoppen

Mit akustischen Warnreflektoren will der Jagdklub Limburg Wildunfällen vorbeugen

Von Daniel Steffen

 

Elbtal/Elbgrund.- "Kopfzerbrechen bereiten uns derzeit  die vielen Wildunfälle ", so der Vorsitzende des Jagdklubs Limburg Michael Schales. "Zur "Linderung des Problems" sollen jetzt sogenannte Wildwarnreflektoren beitragen. Sie werden an Leitpfosten befestigt und senden neben optischen auch akustische Signale aus. Die neuentwickelten Reflektoren  wurden als Test zunächst auf der  B 54 zwischen Dorchheim und Langendernbach angebracht - ein  Schwerpunkt, von Wildunfällen im Altkreis Limburg. Anwesend bei der Aktion waren Jagdpächter Thorsten Reeh, Vorstandsmitglieder des Jagdklubs, der Jagdvorstand der Gemeinde mit Oswald Heftrig, Willibald Scherer, und Dieter Becker aus dem Nachbarrevier Langendernbach. 21 Zusammenstöße mit Rehwild oder Wildschweinen  wurden allein im letzten Halbjahr auf diesem Straßenabschnitt von zwei Kilometer registriert. Michael Schales und Pächter Thorsten Reeh begründeten den dringenden Handlungsbedarf. Die Zahl der Wildunfälle spiegele lediglich die gemeldeten Unfälle mit Rehwild und Wildschweinen wieder, so Reeh.. Hinzu käme noch alles, was nicht gemeldet wird und "was man platt gedrückt auf der Straße findet". Wer Fuchs oder Hase anfährt, wünscht sich Thorsten Reeh, solle dies wenigstens zu Statistikzwecken melden. In der Regel kämen jedoch nur Leute, die nach einem Wildunfall eine Bescheinigung für ihre Fahrzeugversicherung brauchen. Die Mittel der Finanzierung für die Reflektoren kommen aus der Jagdabgabe. Landrat Dr. Manfred Fluck unterstützt seit vielen Jahren die Maßnahme zur Beschaffung von Wildwarnreflektoren.

 

Durch die Installation einfacher Reflektoren, die auf Scheinwerferlicht der Autos reagieren, ist bereits ein Rückgang der Wildunfälle erzielt worden.. Doch gerade im Hinblick auf die schlecht sehenden Wildschweine sei die Situation immer noch nicht zufriedenstellend. " Von den neuen Reflektoren versprechen sich die Fachleute einiges. Sie funktionieren auf der Basis von Solarenergie und reflektieren nicht nur das Scheinwerferlicht der Fahrzeuge, sondern stoßen – ausgelöst durch das Licht der Autoscheinwerfer - gleichzeitig ein schrilles, 83 Dezibel lautes Abschrecksignal aus. Die pfeifenähnlichen Laute ertönen mit Absicht ungleichmäßig, damit sich das Wild nicht an die seltsame Art der Geräuschkulisse gewöhnt.

Wichtig ist den Jägern des Jagdklub Limburg, dass sich Autofahrer trotz der neuen Methoden, Wildunfälle zu vermeiden, nicht in einer "Scheinsicherheit" wiegen. Denn die tierischen Waldbewohner bleiben ein unkalkulierbares Risiko. "Klar muss sein, dass auch Wildwarnreflektoren nie das Überwechseln von Wild über die Straße verhindern, allenfalls können sie es reduzieren", unterstreicht Schales. Aufmerksame Fahrer und angepasste Geschwindigkeiten besonders auf den durch Wildwarnzeichen gekennzeichneten Straßenabschnitten bieten die größte Gewähr um Wildunfälle zu vermeiden.