Mit akustischen Warnreflektoren will der Jagdklub Limburg
Wildunfällen vorbeugen
Elbtal/Elbgrund.-
"Kopfzerbrechen bereiten uns derzeit die
vielen Wildunfälle ", so der Vorsitzende des Jagdklubs Limburg Michael
Schales. "Zur "Linderung des Problems" sollen jetzt sogenannte
Wildwarnreflektoren beitragen. Sie werden an Leitpfosten befestigt und senden
neben optischen auch akustische Signale aus. Die neuentwickelten Reflektoren
wurden als Test zunächst auf der B
54 zwischen Dorchheim und Langendernbach angebracht - ein
Schwerpunkt, von Wildunfällen im Altkreis Limburg. Anwesend bei der
Aktion waren Jagdpächter Thorsten Reeh, Vorstandsmitglieder des Jagdklubs, der
Jagdvorstand der Gemeinde mit Oswald Heftrig, Willibald Scherer, und Dieter
Becker aus dem Nachbarrevier Langendernbach. 21 Zusammenstöße mit Rehwild oder
Wildschweinen wurden allein im
letzten Halbjahr auf diesem Straßenabschnitt von zwei Kilometer registriert.
Michael Schales und Pächter Thorsten Reeh begründeten den dringenden
Handlungsbedarf. Die Zahl der Wildunfälle spiegele lediglich die gemeldeten Unfälle
mit Rehwild und Wildschweinen wieder, so Reeh.. Hinzu käme noch alles, was
nicht gemeldet wird und "was man platt gedrückt auf der Straße
findet". Wer Fuchs oder Hase anfährt, wünscht sich Thorsten Reeh, solle
dies wenigstens zu Statistikzwecken melden. In der Regel kämen jedoch nur
Leute, die nach einem Wildunfall eine Bescheinigung für ihre
Fahrzeugversicherung brauchen. Die Mittel der Finanzierung für die Reflektoren
kommen aus der Jagdabgabe. Landrat Dr. Manfred Fluck unterstützt seit vielen
Jahren die Maßnahme zur Beschaffung von Wildwarnreflektoren.
Durch die
Installation einfacher Reflektoren, die auf Scheinwerferlicht der Autos
reagieren, ist bereits ein Rückgang der Wildunfälle erzielt worden.. Doch
gerade im Hinblick auf die schlecht sehenden Wildschweine sei die Situation
immer noch nicht zufriedenstellend. " Von den neuen Reflektoren versprechen
sich die Fachleute einiges. Sie funktionieren auf der Basis von Solarenergie und
reflektieren nicht nur das Scheinwerferlicht der Fahrzeuge, sondern stoßen –
ausgelöst durch das Licht der Autoscheinwerfer - gleichzeitig ein schrilles, 83
Dezibel lautes Abschrecksignal aus. Die pfeifenähnlichen Laute ertönen mit
Absicht ungleichmäßig, damit sich das Wild nicht an die seltsame Art der Geräuschkulisse
gewöhnt.
Wichtig ist den Jägern des Jagdklub
Limburg, dass sich Autofahrer trotz der neuen Methoden, Wildunfälle zu
vermeiden, nicht in einer "Scheinsicherheit" wiegen. Denn die
tierischen Waldbewohner bleiben ein unkalkulierbares Risiko. "Klar muss
sein, dass auch Wildwarnreflektoren nie das Überwechseln von Wild über die
Straße verhindern, allenfalls können sie es reduzieren", unterstreicht
Schales. Aufmerksame Fahrer und angepasste Geschwindigkeiten besonders auf den
durch Wildwarnzeichen gekennzeichneten Straßenabschnitten bieten die größte
Gewähr um Wildunfälle zu vermeiden.
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