Wildernder Hund riss Rehgeiß

Max  rettete das Kitz vor dem Hungertod

Von Daniel Steffen

 

Elbtal- Hangenmeilingen.-   Anwohnern am Dorfrand sitz der Schreck noch in den Knochen: Kürzlich drangen in der Abenddämmerung die Schreie eines Tieres bis in die Häuser. Als sie nach draußen liefen, sahen sie auf der Wiese einen großen schwarzen Hund, der eine Rehgeiß jagte . Die Polizei und der zuständige Jagdaufseher  Helmut Heep wurden verständig, der Hundehalter schnell  ermittelt. Bei der Suche  fand Heep die  Ricke mit einem tödlichen Biss in der Kehle. . Es handelte sich um eine führende Ricke, wie er am Gesäuge feststellte.

Der Sohn von Jagdpächter Dr .Mastall, der dreizehnjährige Max, machte sich am  nächsten Tag auf die Suche nach dem  verwaisten  Kitz und fand es  völlig entkräftet  und von Zecken übersät  in der Wiese. Er brachte es zusammen mit dem Jagdaufseher zu  Peter Heep, der ein Händchen für die Aufzucht von verwaisten Wildtieren hat. .Die Rehkitzaufzucht erfordert einen enormen Arbeits -und Zeitaufwand. Alle drei Stunden bekommt das Kitz nun zehnprozentige Kondensmilch in der Flasche.  In der freien Natur leckt das Muttertier am Anal- und Genitalbereich um so den Harn und Kot abzumassieren. Dies muss der Betreuer mit einem feuchten Schwamm nachahmen. Verstopfung und Durchfall müssen sofort erkannt  und behandelt werden. Gute Ratschläge gaben der Pächter, Dr. Mastall, als Arzt und der Berufsjäger Amann vom Hessischen Landesjagdverband.  Das kleine Rehkitz nimmt  täglich an Gewicht zu und wird  hoffentlich zu einem großen Reh heranwachsen,  Deshalb  müssen sich die Zieheltern schon heute Gedanken über die spätere Bleibe des Wildtieres machen.

 

Zum  wiederholten Male appelliert  die  Hegegemeinschaft  Westerwald   an die Hundehalter in diesem Zusammenhang, ihre  Tiere an der Leine zu  führen. Die gesamte Natur sei derzeit eine große Kinderstube. Überall können Junghasen und Rehkitze im hohen Gras liegen und im Wald unter  Windbruch versteckt,  die Frischlinge der Wildschweine. Die Jäger  weisen darauf hin, dass eine Begegnung mit einer Wildschweinbache auch für Hunde tödliche Folgen haben kann. Die Bache verteidigt ihre Jungen energisch  und schlage mit den gefährlichen Eckzähnen nach dem Hund. Nicht selten werde dem Hund dabei die Bauchdecke aufgeschlitzt.

  

Er fand das kleine Rehkitz, dessen Mutter von einem wildernden Hund gerissen wurde, Max Mastall.

 

 Die Kinder aus Hangenmeilingen haben  ihr Bambi ins Herz geschlossen. Max Mastall hält stolz seinen Findling im Arm.